Wiesntrends 2010

Foto: Angermaier

Ohne Tracht aufs Oktoberfest? Undenkbar, denn Dirndl müssen beim Wiesnbesuch einfach sein. Doch was ist dieses Jahr „in“, was ist „out“? Was sind die Trachten-Trends für die Wiesn 2010?

Die Zeit schriller Dirndl mit Leoparden-Muster ist vorbei. Die Modehäuser setzen wieder auf den klassischen, eleganten Stil der alten Trachten. Volkstümliche Trachtenfarben, traditionelle Schnitte, historische Stoffe und Froschgoscherl sind Programm! Hört sich spießig an? Dabei ist traditionell alles andere als langweilig!

Besonders angesagt sind Blau- und vor allem Beerentöne. Und zwar in allen Nuancen – von Himbeere über Johannisbeere bis Brombeere. Auch die klassischen Trachtenfarben Rot und Tannengrün erleben gerade ihre Wiedergeburt. Doch auch Grau- und Nude-Töne sind absolut „in“.

Zudem spielen Folkloremuster, teils indisch oder russisch beeinflusst, eine wichtige Rolle. Aber auch das ursprüngliche Dirndl mit seinen sogenannten Froschgoscherln ist wieder zu haben. Für all diejenigen, die des Bayrischen nicht mächtig sind: Das sind kleine, froschmaulförmige und handgearbeitete Verzierungen in Form von Stickereien, Borten und Bordüren am Rand des Dekolletés. Auch selbst Hand anzulegen ist durchaus legitim: Mit aufgebügelten Borten oder Strass kann jeder sein Dirndl aufpeppen.

Nicht nur der Stil, auch die Materialien können nach Lust und Laune gemixt werden. Ein Seidenoberteil mit einem Baumwollrock – geht das wirklich? Und ob! Praktischer, gerade auch für die Bierbank, geht´s nicht!
Übrigens: Auch die Länge des Rocks ist dieses Jahr eher traditionell. 70 oder 60 Zentimeter sind okay, kürzer ist allerdings nicht drin. Und den Unterrock nicht vergessen: Ob aus Tüll, Taft oder Spitze – irgendwie sollte immer etwas unten aus dem Dirndl rausgucken.

Außerdem in Mode sind dieses Jahr die sogenannten Doppelschürzen. So lässt sich ganz easy eine Schürze aus Seide mit einer darüber getragenen Schürze aus durchsichtigem Tüll oder Spitze kombinieren. Wichtig ist auch die richtige Länge der Schürze. Bei einem Baumwolldirndl sollte sie etwa zweieinhalb bis drei Zentimeter kürzer als der Rock sein, bei einem festlichen Dirndl bis zu einem Zentimeter kürzer.

Auch in Sachen Accessoires gibt es eine große Bandbreite an Möglichkeiten: Farbige Hüte und Federhaarreifen sind im Kommen, dazu eine farblich zum Outfit passende Handtasche. Beim Schmuck zählt: Weniger ist oft mehr. Besonders trendy ist dieses Jahr die Dekolleté-Charivaris, eine Schmuckkette, die in die Schnürung am Mieder kommt. Dazu trägt das weibliche Geschlecht Cashmere-Dreieckstücher, handbestickt und mit Fransen.

An den Füßen bleibt es ebenfalls bunt. Die klassischen Spangenschuhe sind farbig, in diesem Jahr hauptsächlich Beerenfarben, Lila, Blau oder Grün – auch mit Strass verziert oder als Highheels. Strümpfe und Wadenwärmer sind beim Dirndl ebenfalls ein Muss und dieses Jahr vor allem in Lila zu haben.

Auch wenn das Dirndl der absolute Star des Oktoberfests ist: In den Kollektionen sind immer mehr Lederhosen für Frauen zu finden. Knackig und hüftig sollen die sitzen und aus schönen neuen Lederqualitäten, gerne auch aus Nappa, bestehen. Die Hosen dürfen dann aber auch ruhig bunt sein.
Die Trachten-Trends 2010: Stylisch und alles andere als altbacken!