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1747 gründete Anton Strele in Imst die „Handels- und Leinenwarenmanufakturunternehmung“. Sie stellte einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor seiner Zeit dar und beschäftigt zeitweise bis zu 9.000 Mitarbeiter – darunter auch Martin Stapf. Politische Veränderungen und ein Großbrand in Imst 1822 führten zum Aus der großen Firma.

Neues entsteht aus einer Brandruine

Martin Stapf war Weber und Zettlermeister in der „Handels- und Leinenwarenmanufakturunternehmung“ und gründet 1843 in einer Ruine, die der große Brand übrig gelassen hatte, eine Textilfirma. Er produzierte Baumwollstoffe, in denen er Muster einwebte und auch Muster aufdruckte.

Aber vor allem seine Borden machten ihn bald so berühmt und erfolgreich, dass er das gesamte ehemalige Firmengelände der Firma Strele aufkaufen konnte. Trotz der wirtschaftlichen Krisen war das Unternehmen immer sehr erfolgreich. Die Nachfolger Josef und Thomas Stapf führten das Unternehmen durch so manche Schwierigkeiten, bis es zwischen den Kriegen modernisiert werden konnte.

Es hatte damals rund 300 Mitarbeiter. Ende der 1920er Jahre besann man sich auf Neues, denn die bis dato erstellten Artikel waren zwar sehr erfolgs- und ertragreich, jedoch nur billige Massenware. Das Tiroler Volkskunstmuseum, insbesondere Gertrud Pesendorfer, boten ihre Zusammenarbeit an. Fortan stellte man Trachtenstoffe nach alten Mustern her.

Stoffe für die ganze Welt

1931 stellte die Firma Stapf Textil den ersten Stoff für Schürzen der Ötztaler Tracht vor. Aufgrund des Erfolges dieses Stoffes weitete Stapf die Trachtenstoffherstellung nach Vorlagen von Gertrud Pesendorfer weiter aus. Die Erzeugung dieser Stoffe war von nun an wichtiger Bestandteil der Produktion.

Des weiteren sieht sich die Firma als Bewahrer der Tradition des Trachtentragens. Heute werden Trachtenstoffe gefertigt, die schon vor 30 Jahren entwickelt wurden und sich an klassischen Farben und Mustern orientieren. Tracht und Tradition stehen dabei im Vordergrund. Einmal jährlich entwickelt die Firma Stapf eine Dirndl Revue, die mit Schnittbögen versehen, die Leserinnen zum Selbstnähen anregen soll.

Auf einen Blick
Gründung: 1843
Gründer: Martin Stapf
Gesellschaft: GmbH
Unternehmenssitz: Imst (Österreich)
Länder: >7

Die Dirndl Revue soll natürlich auch den Zweck der Verkaufsförderung erfüllen, denn die für die Dirndl benötigten Stoffe kann man bei Stapf erstehen. Die Dirndl Revue ist in Südtirol, Deutschland und Österreich erhältlich. Die klassischen Trachtenentwürfe werden seit einigen Jahren von der Firma Beurle erstellt. 200.000 Laufmeter Buntgewebe, 100.000 Laufmeter Uniware und 150.000 Druckmeter stellt die Firma her. Verwendet werden fast ausschließlich Naturfasern, wie Wolle, Baumwolle und Leinen.