Trachtenstrümpfe

Foto: Trachtenstrümpfe

Bereits die Römer kannten den Socken, dieser heute gebräuchliche Ausdruck leitet sich vom lateinischen „soccus“, einem Schlupfschuh der Komödianten, ab. Bis ins 13. Jahrhundert waren die sogenannten Beinlinge üblich, Strümpfe, die bis zu den Oberschenkeln reichten und bei den Männern an der Brouche, einer Art kurzer Hose, befestigt wurden.

Die Beinlinge verlängerten sich im Laufe der Jahre, im 15. Jahrhundert entstand aus der Verbindung der Beinlinge die Hose, im 16. Jahrhundert erfolgte die Trennung im Kniebereich. Bereits im 15. Jahrhundert entstanden bäuerliche Trachten, aus denen sich mit der Zeit die heutigen Volkstrachten mit ihren regionalen Unterschieden herausbildeten.

Je nachdem, ob es sich um Alttags- oder Festtracht handelte, entstanden zum Gewand passende Trachtenstrümpfe, die, wie die Trachten selbst, einer ständigen Entwicklung unterliegen. Die ursprünglichen Trachtenstrümpfe waren aus Wolle gestrickt, für den Alttag grob, für Festtage fein, mit Muster und/oder bestickt, die Anforderungen hingen von der Region ab.

Heute gibt es eine große Zahl unterschiedlicher Trachtenstrümpfen, sowohl was das Material als auch die Form betrifft. Die strengen Regelungen, welcher Strumpf zu welcher Tracht zu tragen ist, gibt es, außer bei den traditionsbewahrenden Trachtenvereinen, nicht mehr. Unterschieden werden Trachtensocken, -stulpen und -kniestrümpfe, Loferl, Kniebundhosenstrümpfe sowie Grobstrickstrumpf und Feinstrumpf.

Die auch heute noch erhältlichen klassisch grob gestrickten Trachtenstrümpfe sind aus reiner Schurwolle und werden zu Haferlschuhen und Bergstiefeln getragen, sowohl von Männern als auch Frauen.

Bei den Loferln, ebenfalls ein Klassiker und meistens aus Wolle oder Wollmischgewebe, handelt es sich um geteilte Trachtenstrümpfe, bestehend aus Socken und Wadenschonern, die zur kurzen Lederhose gehören, Trachtenstulpen sind im Grunde lange Loferl ohne Socken, sie zählen nicht zu den Klassikern der Trachtenmode.

Eine Besonderheit der Trachtenstrümpfe stellen die langen Männerstümpfe zur Kniebundhose dar. Sie erinnern an die Beinlinge des 13. Jahrhunderts, da ihr Bund bis fast in die Mitte des Oberschenkels reicht. Speziell für Damen werden Trachtenstrümpfe als Söckchen, Kniestrümpfe und Strumpfhosen angeboten, in der Regel fein gemustert und/oder bestickt und verziert.

Die Materialen der Strümpfe reichen von reiner Schurwolle über Baumwolle bis hin zu Mischgewebe und Kunststoffstrümpfen aus Polyester mit einem verhältnismäßig geringen Anteil an Naturfasern. Die meisten Strümpfe enthalten für eine optimale Passform einen geringen Prozentsatz Elastan/Lycra.